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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
                 Schlüsselwörter:  Sozialistischer Realismus, Rundfunk-
                 Sinfonieorchesters Leipzig, SED-Parteigruppe, Friedrich Schenker,
                 Gruppe Neue Musik Hanns Eisler


                 Lidia Melnyk
                 Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs: die unvollendeten Geschichten ukrainischer
                 Komponistenverbände der 1920-30er Jahren
            Die Komponistenverbände in den Republiken der Sowjetunion werden
            heute zu Recht in erster Linie als ideologisches Instrument der Kommu-
            nistischen Partei zur Unterdrückung und Kontrolle kreativer Prozesse ge-
            sehen. Die Impulse, die zur Gründung der ersten Künstlervereinigungen
            führten, werden in der Forschung weitaus seltener berücksichtigt. Das Ziel
            des vorliegenden Beitrags ist es, die vielschichtige, aber immer noch fast
            unbekannte Geschichte – oder sogar mehrere Geschichten – darzustellen,
            die der Gründung des Komponistenverbandes der Ukrainischen Sozialisti-
            schen Sowjetrepublik vorausging.
            An der Wende vom ersten zum zweiten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts,
            gelang es dem Komponisten Kyrylo Stetsenko, zusammen mit einer gro-
            ßen Gruppe Gleichgesinnter an der Organisation des Komitees zum Ge-
            denken an M. Leontowytsch mitzuwirken, das am 1. Februar 1921 als Re-
            aktion auf den verbrecherischen Mord an Leontowytsch gegründet und im
            April 1921 von den Behörden genehmigt wurde. Bald darauf, am 26. Febru-
            ar 1922, wurde das Komitee in die Allukrainische Mykola-Leontowytsch-
            Musikgesellschaft (MLM) umbenannt. Es war de facto der erste Musiker-
            verband der Ukraine.
            Die  Gründung  der  MLM  fiel  in  die  Zeit  der  sogenannten  „Ukrainisie-
            rung“, einer Politik der Bolschewiki in den 1920er Jahren, die die ukra-
            inische Kultur, Wissenschaft und Bildung förderte. Obwohl diese Politik
            wichtige Fortschritte ermöglichte und die Gründung von Künstlerver-
            bänden begünstigte, diente sie primär den pragmatischen Interessen der
            neuen Macht. Die MLM wuchs schnell und wurde mit der Einbeziehung
            zahlreicher Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zur einfluss-
            reichsten Künstlervereinigung der Ukraine. Eines ihrer größten Verdiens-
            te war die Gründung der Zeitschrift „Muzyka“, des ersten Fachblatts für
            Musik in ukrainischer Sprache, im Jahr 1924, sowie die Organisation des
            ukrainischen Sektors auf der Frankfurter Weltausstellung der Musik im
            Jahr 1927.





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