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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
            der  Gründung des Komponistenverbandes  der  Ukrainischen  Sozialisti-
            schen Sowjetrepublik vorausging.
                 In der Nacht auf den 23. Januar 1921 wurde einer der bedeutendsten uk-
            rainischen Komponisten, dessen „Schtschedryk“ gerade die größten Bühnen
            der Welt eroberte, Mykola Leontowytsch während eines Besuchs bei seinem
            Vater im Dorf Markiwka von einem bolschewistischen Agenten erschossen. 
                 Die Rolle von Mykola Leontowytsch (1877–1921) in der Entwicklung
            der ukrainischen Musikkultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts lag vor al-
            lem im Bereich der Erneuerung und moderner Transformationen der
            Volksliedkunst. Der Komponist stammte aus der Familie eines orthodo-
            xen Landpfarrers in fünfter Generation, was eigentlich auch seine Lauf-
            bahn als Geistlicher beeinflussen musste. Nach dem Abschluss des Pries-
            terseminars lehnte er jedoch die geistliche Laufbahn ab, arbeitete mehrere
            Jahre als Lehrer an Dorfschulen und bildete sich musikalisch autodidak-
            tisch weiter. Zu dieser Zeit begann er sich, inspiriert von den Werken des
            Nationalklassikers Mykola Lysenko, auch im Bereich der Bearbeitung uk-
            rainischer Volksmelodien zu verwirklichen.
                 Ab 1909 nahm Mykola Leontowytsch Unterricht in Kyjiw bei dem be-
            rühmten Musiktheoretiker Boleslaw Yaworskyj, dessen Theorie des modalen
            Rhythmus, in welcher mehrere harmonische Systeme gleichbedeutend mit
            dem Dur-Moll-System begriffen wurden, einer zeitgemäßen und innovativen
            Erklärung nichtklassischer harmonischer Strukturen darbot. In dieser Zeit
            entstanden zahlreiche Chorarrangements des angehenden Komponisten, da-
            runter auch das berühmte „Schtschedryk“, wohl von dem theoretischen Werk
            seines Lehrers beeinflusst. 1916 führte M. Leontowytsch diese Bearbeitung
            mit dem Universitätschor Kyjiw auf, die vom Publikum begeistert aufgenom-
            men wurde. Im Oktober 1921 erklang das Werk in der New Yorker Carne-
            gie Hall. 1936 schrieb Peter Wilhousky, ein NBC-Mitarbeiter, den englischen
            Text „Carol of the Bells“, was der ukrainischen Melodie weltweiten Ruhm ein-
            brachte. Bemerkenswert ist, dass Mykola Leontowytsch gerade in den Jahren
            1919–1921 in großer Armut lebte – es fehlte an Nahrung und Kleidung.
                 Am 21. Januar 1921 reiste Mykola Leontowytsch nach Markiwka.
            Am Abend des 22. Januar klopfte ein Fremder an die Tür des Vaterhau-
            ses, stellte sich als Tscheka -Agent Afanassij Hrytschenko vor und bat um
                                      2
            2    TscheKa  (russisch  ЧК) ist die Abkürzung für die  Außerordentliche Kommissi-
                 on  zur Bekämpfung von  Konterrevolution,  Spekulation  und  Sabotage  (russisch
                 Чрезвычайная Комиссия по борьбе с контрреволюцией, спекуляцией и
                 саботажем), die nach der Oktoberrevolution gegründete Geheimpolizei des Sowjet-
                 russlands.


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