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Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs
                 zungssystem seitens des Staates erhalten hat und in diesem Zusammen-
                 hang spürbare Präferenzen genoss. Die Kehrseite dieser Situation
                 bestand darin, dass die staatliche Unterstützung die Kunst in einem
                 bisher nicht gekannten Maße abhängig machte – bis hin zur physi-
                 schen Vernichtung von Künstlern, die den vorgegebenen Kriterien ni-
                 cht entsprachen und daher als hinderlich betrachtet wurden. Im Verla-
                 uf der 1920er Jahre entwickelte sich eine umfassende Reglementierung
                 des künstlerischen Schaffens. Deren fortschreitende Bürokratisierung
                 verlagerte sich von Diskussionen, Empfehlungen und Wünschen hin
                 zu strengen Vorschriften, deren Nichterfüllung unweigerlich den schri-
                 ttweisen Entzug des Rechts auf Berufsausübung zur Folge hatte.  6
                 Die  Prozesse  der  „Ukrainisierung“  begünstigten  auf  jeden  Fall  die
            Gründung verschiedener Künstlerverbände, darunter im Bereich der Mu-
            sik. So ist es kein Zufall, dass das Komitee zum Gedenken an M. Leonto-
            wytsch bald 53 Mitglieder zählte, darunter 45 Einzelpersonen und 8 In-
            stitutionen. Es muss jedoch besonders betont werden, dass die Musiker
            nur etwa die Hälfte davon ausmachten: Es scheint, als hätten sich nach M.
            Leontowytschs Tod einfach die fortgeschrittensten Künstler seiner Zeit
            zusammengefunden.
                 Das Komitee wurde von anderen bedeutenden ukrainischen Kompo-
            nisten und von M. Leontowytschs Zeitgenossen Kyrylo Stetsenko (1882–
            1922) ins Leben berufen, der leider schon bald infolge einer Typhus-Erkran-
            kung verstarb.
                 Zu  den  Gründern  des  Komitees  zählten  bekannte  Persönlichkeiten
            der ukrainischen Kultur jener Zeit: Künstler, Kunsthistoriker und Dich-
            ter Yukhym Mykhajliw (1885–1935), der zum ersten Vorsitzenden des Ko-
            mitees wurde, Journalist Oles Tschapkiwskyj (1884–1935) – Sekretär des
            Komitees, Komponist Pylyp Kozytskyj (1893–1960) – stellvertretender Vor-
            sitzender, sowie Volkskundler Klyment Kwitka (1880–1953), Kunstwis-
            senschaftler und Philologe Dmytro Rewutskyj (1881–1941), Komponisten,
            Chorleiter und bekannte Musiker wie Yakiw Stepowyj (1883–1921), Myko-
            la Werykiwskyj (1896–1962), Grygorij Weriowka (1895–1964), Fedir Popa-
            dytsch (1877–1943), Porfyrij Demutskyj (1860–1927), Wassyl Werkhovynets
            (1880–1938), bereits als Lehrer von M. Leontowytsch erwähnter Boleslaw
            Yaworskij (1877–1942), Borys Lyatoschynskyj (1895–1968), Felix Blumenfeld

            6    Maiia Rzhevska,  На  зламі  часів.  Музика  Наддніпрянської  України  першої
                 третини ХХ століття у соціокультурному контексті епохи [Am Wende-
                 punkt der Zeiten. Musik der Dnepr-Ukraine im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts
                 im soziokulturellen Kontext der Epoche] (Кyjiw: Autograph, 2005), 208f.


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