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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
Dokumentationen des mündlich überlieferten Liedgutes geschaffen, die
bis heute von unschätzbarem Wert für die internationale Volksmusikfor-
schung sind.
Damit entwickelte sich die Zeitschrift nicht nur zu einem Medium der
wissenschaftlichen Reflexion, sondern zugleich zu einem Instrument kul-
tureller Selbstvergewisserung. Sie erfüllte eine doppelte Funktion: Einer-
seits vermittelte sie aktuelle Informationen über das zeitgenössische Mu-
sikleben, andererseits trug sie maßgeblich zur Kanonisierung nationaler
Traditionen und zur Etablierung einer eigenständigen ukrainischen Mu-
sikwissenschaft bei. In diesem Sinne kann Muzyka als ein einzigartiges Fo-
rum betrachtet werden, das die ukrainische Musik sowohl in ihrer histo-
rischen Dimension als auch in ihrem gegenwärtigen Entwicklungsprozess
sichtbar machte und sie in einen internationalen wissenschaftlichen Dis-
kurs einband.
So zum Beispiel erfahren wir in den Ausgaben von 1924 in den Nach-
richten aus dem Ausland sogar von Uraufführungen von Werken Arnold
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Schönbergs und Paul Hindemiths, Erich Korngolds und Franz Lehárs .
Andere zeitgenössische Komponisten, deren Namen bald aus der sowjeti-
schen Presse verschwinden sollten, wie Richard Strauss, Arthur Lourie, Al-
ban Berg und andere, wurden ebenfalls erwähnt.
Die Zeitschrift Muzyka wurde von den meisten führenden Musikperi-
odika in der ganzen Welt abonniert, darunter The Musical Quarterly (New
York), The Sackbut, The Chesterian und Monthly Musical Record (London),
Archiv für Musikwissenschaft (Leipzig), Le Menestrel und Revue Musica-
le (Paris), Allgemeine Musikzeitung und Signale für die musikalische Welt
(Berlin), Musikblätter des Anbruch und Pult und Taktstock (Wien), Neue
Zürcher Zeitung (Zürich), Der Auftakt (Prag), Musica D’oggi (Mailand),
La Quena (Buenos Aires), sowie von Musikbibliothek Peters und Deut-
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sche Musikgesellschaft in Leipzig und Union musicologique in Paris. Ei-
ner der aktivsten Mitglieder, Chordirigent und in der Zukunft berühm-
ter Dichter Pawlo Tytschyna hat von der MLM sogar ein spezielles Mandat
für Reisen durch Europa bekommen, um Informationen über die Arbeit
der Gesellschaft und das Musikleben in der Ukraine zu verbreiten, und
von der Redaktion der Zeitschrift Muzyka die Befugnis erworben, „pro-
fessionelle Beziehungen“ zu Vertretern von Musikverlagen in Deutschland,
13 Anon., „Хроніка [Chronik]“, Muzyka, Nr. 1–3 (1924): 56 ff.
14 Оlena Bugaeva, Архівна спадщина Музичного товариства імені М. Д.
Леонтовича [Archivbestand der Mykola-Leontowytsch-Musikgesellschaft] (Кyjiw:
Nationalbibliothek der Ukraine W. I. Wernadskyj, 2011), 200.
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