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Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes der Komponisten  …
            in diesem Amt bis 1976, als es Peter Herrmann übertragen wurde. 1983 wur-
            de Karl Ottomar Treibmann zum Vorsitzenden gewählt.
                 Von Anfang an lag ein besonderes Schwergewicht der Arbeit des Be-
            zirksverbandes auf dem zeitgenössischen Musikschaffen. Die hohe Repu-
            tation der Komponisten als Schöpfer neuer Werke speiste sich letztendlich
            aus der romantischen Musikanschauung, die sich seit dem 19. Jahrhundert
            als Kunstreligion der Moderne etabliert hatte und damit die höchsten Wer-
            te einer Gesellschaft repräsentierte, wenn nicht gar verkörperte. Die Beet-
            hoven-Rezeption im 20. Jahrhundert dokumentiert dies eindrucksvoll, so
            haben die Kommunisten das romantische Bild des Bürgertums in der Ar-
            beiterbewegung übernommen und die Verehrung noch zu übertrumpfen
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            versucht.  Ihr Ideal war dabei nicht der Übermensch, sondern der sozia-
            listische Mensch, der auf dem Bitterfelder Weg verwirklicht werden sollte.
            Beschlossen wurde dieser Weg am 24. April 1959 auf der Autorenkonferenz
            des Mitteldeutschen Verlages im Elektrochemischen Kombinat Bitterfeld
            und sollte den Werktätigen einen aktiven Zugang zu Kunst und Kultur er-
            möglichen und die Trennung von Kunst und Leben sowie die Entfremdung
            zwischen Künstler und Volk überwinden. Am 24./25. April 1964 fand die
            zweite Bitterfelder Konferenz statt, die das Ziel einer Bildung des sozialisti-
            schen Bewusstseins und der sozialistischen Persönlichkeit noch stärker be-
            tonte. Insbesondere im Bereich der Musik erwies sich das Konzept jedoch
            in der Praxis als wenig erfolgreich und versandete mehr oder weniger trotz
            eines Wiederbelebnungsversuchs auf dem siebten Parteitag der SED im
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            April 1967.  Das Ziel des sozialistischen Menschen blieb davon unberührt.
                 Dass im Verband der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR
            den Komponisten von Anfang an die Musikwissenschaftler gleichberechtigt
            zur Seite gestellt wurden, ist eine Folge der klaren Zielsetzung der SED und
            der Wissenschaftsgläubigkeit der Moderne sowie insbesondere des Materia-
            lismus. Dies wurde in einer Sitzung der Sektion Musikerziehung, Musikwis-
            senschaft und Ernste Musik im Bezirksverband Leipzig deutlich formuliert:

            2    Helmut Loos, „Leo Kestenberg and the Beethoven Myth. Social Democratic Cultu-
                 ral Policy in the 20th Century“, in Musica Galiciana. Kultura muzyczna Galicji w
                 kontekście stosunków polsko-ukraińskich, Bd. 17, Hrsg. Grzegorz Oliwa, Kinga Fink
                 und Teresa Mazepa (Rzeszów: Verlag der Universität Rzeszów, 2021), 100–10.
            3    Im Bezirksverband Leipzig beriefen sich die Genossen mit einem nur leicht modi-
                 fizierten Bericht vom 7. Parteitag der SED 1967 noch vier Jahre später nach dem
                 8. Parteitag der SED (1971) auf das „Hauptprinzip des Bitterfelder Weges“. StA
                 21761/053, Jubiläen des Verbandes und Auszeichnungen: Die Zusammenarbeit zwi-
                 schen Künstlerverband und Arbeiterklasse bei der Entwicklung der sozialistischen
                 Nationalkultur.


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