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Weiss, Jernej, ur. 2026. Skladateljska društva nekoč in danes: preplet stanovskega in nacionalnega | Composers’ Societies Past and Present: Combining the Professional and the National
Koper/Ljubljana: Založba Univerze na Primorskem in Festival Ljubljana. https://doi.org/10.26493/978-961-293-555-9.99-115
© 2026 Helmut Loos
Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes
der Komponisten und Musikwissenschaftler
der DDR
Helmut Loos
Univerza v Leipzigu
Universität Leipzig
Die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik erhielt am 9. Ap-
ril 1968 eine von Grund auf neue, „sozialistische“ Fassung, die sich insbe-
sondere gegen den „westdeutschen Monopolkapitalismus“ und den „Impe-
rialismus unter Führung der USA“ richtete. Der Entwurf war im Februar
1968 veröffentlicht worden und wurde am 6. April 1968 durch Volksent-
scheid bestätigt, anschließend von Walter Ulbricht unterzeichnet. Im Vor-
feld war eine Kampagne für das „Ja zur neuen Verfassung“ eingesetzt wor-
den, der sich in Leipzig mit eigenen Schreiben folgende Vertreter aus dem
Bereich der Musik anschlossen:
Ottmar Gerster (1897–1969), Komponist, Bratschist und Dirigent, An-
hänger der Arbeiterbewegung, erfolgreicher Komponist zu stets regime-
treuen Texten in der Weimarer Republik, im „Dritten Reich“ und in der
DDR. Er war an den Musikhochschulen in Weimar 1948–1951 als Rektor
und in Leipzig 1951–1962 als Leiter einer Kompositionsklasse tätig. Von 1951
bis 1968 war er Vorsitzender des Verbandes der Komponisten und Musik-
wissenschaftler der DDR. Sein meistgespieltes Werk in der DDR war die
„Festouvertüre 1948“, ein Auftragswerk der Kulturabteilung der SED-Be-
zirksleitung Thüringen zum Gedenken an die Revolution von 1848 und zu-
gleich als Lobgesang auf die Entwicklung des Sozialismus in der sowjeti-
schen Besatzungszone mit Zitaten der „Internationalen“, der Marseillaise
und weiterer auch russischer Kampflieder.
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