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Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes der Komponisten …
den Staatskomponisten der DDR, hoben aber vor allem auf seine Schüler-
schaft bei Arnold Schönberg und damit entgegen der Parteilinie auf die
avantgardistische Moderne ab. Für Schenker war der Name das „Symbol
für fortschrittliches, konstruktives Musikdenken der Gruppe, der Ausdruck
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einer kritischen Haltung zur Dummheit in der Musik.“ Dies war eine kla-
re Kampfansage an den sozialistischen Realismus, die Staatsdoktrin der
DDR. So stand Schenker bereits unter Beobachtung der Partei, als auf der
Versammlung der Parteigruppe im Bezirksverband Leipzig des Verbandes
der Komponisten und Musikwissenschaftler der DDR (VKM) am 6. No-
vember 1969 die Auswertung des letzten Musikfestes vorgenommen und
ein großer Erfolg konstatiert wurde. Als Vorbilder wurden „so hervorra-
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gende Vertreter der sozialistischen Musikkultur wie Schostakowitsch, Proko-
fjew u.a.“ genannt, die Programmgestaltung insgesamt allerdings als unzu-
friedenstellend bezeichnet. Hier kam Schenker ins Spiel:
Man sollte in Zukunft aber trotzdem versuchen – aus jedem Musikfest
kann man nur lernen – gewisse Dinge noch besser zu beachten. Z.B.
zu dem Werk von Friedrich Schenker. Zu einem Musikfest sollte auch
einmal ein Risiko eingegangen werden, aber beide Werke von Schenker
– das Oboenkonzert und die Trioballade – sind meiner Meinung nach
schon allein technisch nicht einwandfrei. Wenn wir die Analysierung
der Werke in den nächsten Wochen vornehmen, müssen wir zu einer
solchen Einschätzung kommen.
Dass die Bewertung eines neuen Werkes nicht aus der Analyse her-
vorgeht, sondern nachträglich ein zuvor bereits gefälltes Urteil zu begrün-
den hat, könnte kaum klarer ausgedrückt werden. Hinsichtlich Schenker
nimmt es nicht Wunder, dass die Partei die nächste Gelegenheit wahrzu-
nehmen suchte, Schenker als Komponist vorzuführen. Die Leipziger Par-
teigruppe nahm sich dieser Aufgabe an und demonstrierte damit, wie der
Staat gegen oppositionelle Komponisten vorgegangen ist und auf ihr Schaf-
fen Einfluss genommen hat. Die Bezirkssekretärin Ruth Dähne hat über die
Aktivitäten bereits im Vorfeld des Konzerts folgende Aktennotiz verfasst:
Aktennotiz [StA 21761/172]
7 Burkhard Glaetzner und Reiner Kontressowitz, Hrsg., Spiel-Horizonte. Gruppe Neue
Musik „Hanns Eisler“ 1970–1990 (Leipzig: s.n., 1990), 37 (UB LP 15000 N481 G5).
8 StA 21761/172, Protokoll über die Parteigruppenversammlung am 6. November
1969, 17 Uhr. Auf den Musiktagen 1969 sahen die Genossen den „Bitterfelder Weg
in Aktion“. StA 21761/172, Protokoll vom 6. Oktober 1970: „6.10.1970 d/b.“
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