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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
                 Am 15.3.[1971], 8.30 Uhr, informierte uns Genosse Zwchuckelt,  Mitarbe-
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                 iter des SED-Bezirksleitung – Abt. Kultur, über folgendes:
                 Von Mitgliedern des Rundfunk-Sinfonieorchesters war bekannt gewor-
                 den, daß das „Stück für Virtuosen“ von Friedrich Schenker umstritten
                 sei. Genosse Zschuckelt bat mich [Ruth Dähne] und den Parteisekretär
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                 unseres Verbandes,  an der Probe, die um 9.30 Uhr in der Kongreßhal-
                 le begann, teilzunehmen. Außer Kollegen Ragwitz und mir waren auch
                 noch Kollege Malth, Rat des Bezirkes, Kollege Steinert, Rat der Stadt –
                 Abt. Kultur, da es sich um ein Messekonzert handelte, teil.
                 Das Stück umfaßt Solo für Englisch-Horn, Oboe, Fagott und Kontrabaß,
                 Altflöte, Piccolo, Trompeten, für Schlagzeug entsprechende Eskapaden.
                 Nach dem Vorspiel setzten wir uns sofort mit Kollegen Schenker und
                 Kegel auseinander, hatten nur wenige Orchestermitglieder gegen uns,
                 die meisten waren mit uns einer Meinung, daß das Stück unmöglich sei.
                 Als ich Herrn Schenker die Frage stellte, ob er sich mit dieser Musik an
                 den Hörer oder nur an das Orchester wendet, war er entsetzt, wie über-
                 haupt eine solche Frage gestellt werden konnte.
                 Die Frage, in welcher Form ich seine Musik den Schrittmachern in den
                 Betrieben anbieten soll, damit er als junger Komponist gefördert wer-
                 den kann und in vielen Konzerten wieder gespielt werden kann, konn-
                 te er mir nicht beantworten. Er sagte lediglich, ich experimentiere halt.
                 Kollege Dr. Wolf, Malth und Ragwitz stellten die Frage, wie lange er
                 noch experimentieren will, um auf einen festen Standpunkt zu kommen.
                 Darauf sagte er, ich suche nach neuen Wegen. (2 Stunden Diskussion)
                 Nach der Probe sind wir sofort ins Büro gefahren, haben die SED-Be-
                 zirksleitung davon informiert und darauf hingewiesen zu überlegen, ob
                 man das Stück in einem Messekonzert überhaupt zur Aufführung brin-
                 gen kann. Genosse Zschuckelt erklärte uns, daß er sich mit dem Staatli-
                 chen Rundfunkkomitee in Verbindung setzen wird und daraufhin kam
                 Kollege Bayer am Dienstagfrüh [16. 03. 1971] zur Generalprobe.
                 Über diese Diskussion sind wir jedoch nicht informiert, da wir nicht
                 anwesend waren. Das Stück wurde jedoch nicht abgesetzt, da Herr Kegel
                 geäußert hat, wenn das Stück nicht zur Aufführung kommt, werde ich
                 das ganze Konzert nicht dirigieren.
            9    Schreibfehler für Lothar Zschuckelt (siehe unten im Text), Parteisekretär am Institut
                 für Literatur „Johannes Becher“ und Dozent für Kulturpolitik und marxistisch-leni-
                 nistische Kulturtheorie, siehe: Sascha Macht, „Die Einflussnahme des DDR-Staats-
                 sicherheitsdienstes auf den Studienalltag am Institut für Literatur „Johannes R. Be-
                 cher““, Zeitschrift für Germanistik, Neue Folge 26, Nr. 3 (2016): 583–601, hier 593.
                 https://www.jstor.org/stable/26583079.
            10   Wolfgang Lesser (1923–1999) war von 1968 bis 1979 Erster Sekretär des VKM.


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