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Weiss, Jernej, ur. 2026. Skladateljska društva nekoč in danes: preplet stanovskega in nacionalnega | Composers’ Societies Past and Present: Combining the Professional and the National
Koper/Ljubljana: Založba Univerze na Primorskem in Festival Ljubljana. https://doi.org/10.26493/978-961-293-555-9.39-47
© 2026 Hartmut Krones
E contra U: Zusammenarbeit und Streit zweier
Sparten im Österreichischen Komponistenbund
Hartmut Krones
Univerza za glasbo in uprizoritveno umetnost na Dunaju
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Am 14. Juni 1913 schlossen sich Österreichs schöpferische Musiker in einer
unter dem Vorsitz des Komponisten und Ehrenchormeisters des Wiener
Männergesangvereines Eduard Kremser stattfindenden „constituierenden
1. Versammlung des Oesterreichischen Komponisten-Clubs“ zu einer In-
teressen-Vereinigung zusammen, die nicht nur gesellschaftliche Kontakte
pflegen und Fachgespräche fördern sollte, sondern durchaus kämpferische
Aktionen zur Durchsetzung ureigenster Anliegen des Komponistenstandes
1
im Sinne hatte. Zunächst als „Club“ gegründet, war die 1917 in „Kompo-
nistenbund“ umbenannte Vereinigung zunächst vor allem ein Zusammen-
2
schluß von Komponisten der sogenannten „heiteren Richtung“, also der
heute „U-Musik“ genannten Sparte. Unter Präsident Kremser war Carl Mi-
chael Ziehrer 1. Vizepräsident, nächster Präsident war dann der Operetten-
komponist Heinrich Reinhardt, sein „Vize“ wurde Franz Lehár. Auch Rein-
hardts Nachfolger Charles Weinbegrer war Operettenkomponist, und ihm
folgte 1925 mit Rudolf Sieczynski ein berühmter Komponist von Wienerlie-
dern, vor allem des Liedes Wien, Wien, nur du allein. Sieczynski sollte spä-
ter als christlichsozialer niederösterreichischer Landesbeamter Leiter des
1 Zur Geschichte des Österreichischen Komponisten siehe Hartmut Krones, „100
Jahre Österreichischer Komponistenbund 1913–2013“, in 100 Jahre Österreichischer
Komponistenbund 1913–2013, Hrsg. Hartmut Krones (Wien: Praesens, 2013), 11–121.
2 Angesichts der zahlreichen Zitate in alter Rechtschreibung folgt auch der Autor den
damaligen Regeln.
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