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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
KZ-ähnlichen Anhaltelagers Wöllersdorf werden, das die Austrofaschis-
ten 1933 errichteten, um linke und rechte politische Gegner zu inhaftieren. 3
Als dann die RAVAG, die Österreichische Rundfunkanstalt, ab 1926
gemeinsame Konzerte mit dem Komponistenbund veranstaltete, wurden
nur „Wiener Weisen“, dann „Chansons und Kabarettlieder“, dann „Tanz-
lieder“ und sogar „Kinderlieder“ programmiert, weil die „Komponisten
ernster Richtung“ ohnehin „in gesonderten Abenden oder in anderen Pro-
grammen“ gespielt würden. Erst April 1927 gab es die erste Sendung mit
„ernster“ Musik, doch sehr bald stornierte der Rundfunk die speziellen
Komponistenbund-Konzerte und bat um Partituren, um selbst die Aus-
wahl vorzunehmen.
1927 gab es eine Statutenänderung, die den ÖKB in eine Sektion für
ernste und eine für heitere Musik teilte, wodurch es – unter dem gemein-
samen Präsidenten Sieczynski – auch für die ernste Musik einen Teil-
Vorstand gab. Und er war durchaus prominent; ihm gehörten u. a. Jo-
seph Marx als Vorsitzender sowie Alban Berg, Egon Wellesz, Hans Gál,
Karl Weigel und Robert Heger an. Dadurch konnten nun auch zahlrei-
che Konzerte mit avancierter moderner Musik veranstaltet werden, in
denen neben den genannten Vorstandsmitgliedern auch Anton Webern,
Paul Amadeus Pisk, Josef Matthias Hauer, Ernst Krenek, Ernst Toch oder
auch Emil Hochreiter erklangen. – Die Bemühungen um eine Verlänge-
rung der Schutzfrist, die die Werke von Johann Strauß länger tantiemen-
pflichtig machen sollte, fanden aber nur einen kleinen Erfolg: nach ei-
ner Verlängerung „auf vorläufig 32 Jahre“ blieben die weiteren Versuche
erfolglos. 4
1930 wurden die zwei Sektionen dann endgültig selbständig, weil auch
die „E-Sparte“ einen eigenen Präsidenten stellte: Joseph Marx. Der Rund-
funk präsentierte aber insbesondere Wienerlieder, weil
3 Mitteilung der Witwe Sieczynskis auf dem Fragebogen, den Siegfried Lang zur Er-
stellung seines Lexikons aussandte (Archiv des Österreichischen Komponistenbun-
des). Siegfried Lang, Lexikon österreichischer U-Musik-Komponisten im 20. Jahrhun-
dert (Wien: Österreichischer Komponistenbund, 1986); zu Sieczynski s. S. 183f. 1996
erschien noch ein Nachtrag.
4 Hiezu siehe: Hartmut Krones, „Der Kampf der Komponisten der ,heiteren‘ Musik
um Anerkennung sowie um eine gerechte Abgeltung ihrer Kunst“, in Opereta med
obema svetovnima vojnama / Operetta between the two world wars (= Studia musico-
logica labacensia 5), Hrsg. Jernej Weiss (Koper, Ljubljana: Založba Univerze na Pri-
morskem, Festival Ljubljana, 2021), 73–91, hier 77–87.
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