Page 41 - Weiss, Jernej, ur./ed. 2026 Skladateljska društva nekoč in danes.../Composers’ Societies Past and Present...
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E contra U: Zusammenarbeit und Streit zweier Sparten …
infolge reichlicherer Sendung von Werken der Literatur und insbeson-
dere von wissenschaftlichen Vorträgen der Zeitraum, der für die Sen-
dung ernster Musik zur Verfügung steht, gekürzt werden mußte. 5
Dagegen füllten die Eigenveranstaltungen nur einen bescheide-
nen Rahmen, erreichten allerdings als internationale Austauschkonzer-
te zahlreiche Länder. Vor allem Egon Wellesz konnte seine Beziehungen,
die er als bedeutender Musikwissenschaftler besaß, für diesen Austausch
nützen. Zwischen 1931 und 1934 fanden Konzerte mit österreichischer
„ernster“ Musik in Kopenhagen, Berlin, Zagreb, Amsterdam, Utrecht,
München, Köln, Helsingfors, Warschau, Paris, Posen, Stockholm, Prag,
Laibach und Zürich statt, dann änderten sich die Verhältnisse durch die
christlich-soziale Diktatur des sogenannten Ständestaates, in dem alle
anderen Parteien verboten waren und auch das Kulturleben Einschrän-
kungen erfuhr.
Der politisch wohlgelittene U-Musik-Präsident Rudolf Sieczynski wies
damals vehement darauf hin, daß das „Bewußtsein rege werde[n müßte],
daß das Wienerlied als typisches österreichisches Kulturgut einer fortgesetz-
ten, intensiven Pflege bedarf“ und konnte neben neben den traditionellen
Konzerten ernster und unterhaltender Musik noch die sogenannten „Wie-
nerliederpremieren-Abende“ einrichten, die erneut einen Überhang von „U-
Musik“ zur Folge hatten. Trotzdem fanden die internationalen Austausch-
konzerte weiterhin statt, bis der Einmarsch der deutschen Armee im März
1938 allen österreichischen Eigeninitiativen ein Ende setzte.
Und typischerweise galt der erste Beschluß der wie alle Vereinigun-
gen mit den NS-Pendants „gleichgeschalteten“ Urheberrechtsgesellschaft
A.K.M. den Regelungen für die nur „U-Komponisten“ betreffende „Ton-
film-Verrechnung“ – sie wurden rückwirkend „dem bei der [deutschen]
STAGMA gültigen Schlüssel“ angepaßt. Die Jahre 1938 bis 1945 können aber
nicht unser Thema sein, da sie dem Einfluß der österreichischen Kompo-
nisten entzogen bzw. nur in Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten
zu Aktivitäten führen konnten. Immerhin war die U-Sparte durch den Eh-
renpräsidenten der AKM, Franz Lehár, würdig vertreten, da er von Reichs-
minister Dr. Joseph Goebbels als „führender deutscher Unterhaltungskom-
ponist, ja sogar als der grösste überhaupt lebende Unterhaltungskomponist“
5 Festellung der musikalischen Leitung der RAVAG in der Besprechung mit dem Prä-
sidium des Komponistenbundes vom 18. November 1930. Österreichische Autoren-
Zeitung II, Heft 4 (Dezember 1930): 8.
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