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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
Im Oktober 1974 standen Neuwahlen des Vorstandes der Urheber-
rechtsgesellschaft AKM an, und die U-Sparte schlug folgendes vor: „Da die
AKM eine Verteilungsgesellschaft und keine Interessenvertretung ist, soll-
te derjenige Präsident werden, der die einnahmenstärkste Musik vertritt.“
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Und sie schlug den U-Komponisten Norbert Pawlitzki als Präsidenten vor,
während sich die E-Sparte eine spätere Stellungnahme vorbehielt, de facto
aber nicht einverstanden war. In der nächsten Sitzung lehnte man aber den
Vorstoß der U-Musik „aus repräsentativen und traditionellen Gründen“ ab.
Und versicherte, daß diese Meinung keineswegs „Ausdruck einer Ableh-
nung der U-Musik“ sei. Präsident wurde dann der von der U-Sparte als ein-
seitig abgelehnte E-Komponist Marcel Rubin, der auf Grund seiner Emi-
grationsjahre beste internationale Kontakte besaß. 11
1982 wurde die „Interessensgemeinschaft österreichischer Komponi-
sten“ ins Leben gerufen, ein Dachverband der drei Organisationen Kom-
ponistenbund (ÖKB), Internationale Gesellschaft für Neue Musik (IGNM)
und Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik (ÖGZM), der für
Herbst 1983 oder Frühjahr 1984 den „Ersten österreichischen Komponisten-
kongreß“ vorbereiten und dann auch durchführen sollte. Vertreter des ÖKB
in dem Dachverband waren zunächst Robert Schollum und der Musikwis-
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senschafter (und Nichtkomponist) Hartmut Krones. Der Termin stellte sich
dann als allzu optimistisch heraus, der Kongreß fand jedoch im Oktober 1984
statt und widmete sich vor allem der sozialen Lage der Komponisten, wo-
durch der Zusammenhalt von E- Sparte und U-Sparte wieder enger wurde. 13
Eine enge Zusammenarbeit des ÖKB mit der IGNM wurde dann am 4.
Mai 1984 beschlossen, der Dezember 1984 in einer Kampfabstimmung neu-
gewählte Vorstand der IGNM hatte allerdings Bedenken, wodurch sämtli-
che Pläne wieder sistiert wurden. Auch die vereinsrechtliche Gründung der
Dachgesellschaft IÖK verzögerte sich, da die AKM die Statuten der IGNM
einsehen wollte, um genau zu wissen, wen genau und wozu sie die Dachge-
sellschaft fördern sollte. Im Zuge dessen kam es dann auch zu einer Miß-
stimmung zwischen ÖKB und IGNM, die zu diversen Austritten aus den
10 Protokoll vom 11. Oktober 1974.
11 Eine ausführliche Darstellung der Aktivitäten Rubins im Rahmen der AKM befin-
det sich in: Hartmut Krones, Marcel Rubin. Band 22 der Reihe Österreichische Kom-
ponisten des XX. Jahrhunderts (Wien: Lafite, 1975), 33f., sowie im Nachtrag (Wien:
Lafite, 1989), 2; weiters in: Hartmut Krones, „Die Geschichte unserer Gesellschaft“,
in 100 Jahre AKM. Autoren, Komponisten, Musikverleger. 1897–1997, Hrsg. Man-
fred Brunner (Wien: AKM o. J., 1997), 10–33, hier 28–30.
12 Protokoll vom 29. März 1983.
13 Zu diesem Kongreß siehe: Österreichische Musikzeitung 39 (1984): 556f.
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