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E contra U: Zusammenarbeit und Streit zweier Sparten …
(primär mit Wienerliedern) zu, was allerdings nicht zuletzt der Tatsache
zuzuschreiben war, daß der Intendant selbst Lieder und Liedbearbeitungen
verfaßte. Und im ÖKB selbst planten die beiden Sparten unabhängig von-
einander eine „Woche der U-Musik“ und eine „Woche der zeitgenössischen
österreichischen Musik“, die aber nur der „E-Musik“ vorbehalten war. Die
E-Musik-Wochen wurden tatsächlich ins Leben gerufen und florierten jah-
relang, weil sich auch die großen Konzerthäuser der Initiative anschlossen.
Diese „Wochen“ gingen dann 1988 in dem Festival „Wien Modern“ auf, des-
sen ebenfalls umstrittene Programmierung ein anderes Kapitel ist.
Als aber 1975 das Angebot des Kaufhauses „Herzmansky“ vorlag, in
diesen „Wochen“ in den Verkaufsräumen zeitgenössische Musik statt Ra-
dio-Berieselung zu spielen, weigerte sich die U-Sparte, Musik unbezahlt
zur Verfügung zu stellen, während die E-Sparte die Aktion als gute Wer-
bung sah. Das Projekt kam dann nicht zustande.
Köstlicherweise gab es selbst in der „U-Sparte“ nicht nur „Geschäfts-
interessen“, also den Wunsch nach möglichst guten Verkaufszahlen der
Schallplatten (unabhängig von der Qualität der Musik, also unter Inkauf-
nahme billigsten Kitsches); denn auch hier wollten einige mehr die Quali-
tät der Werke berücksichtigen. Man einigte sich in österreichischer Weise:
Man sandte je ein Vorstandsmitglied von U und E in den Produktions-
ausschuß, dem vor allem Mitglieder der Musikfirmen angehörten; Zustim-
mung oder Ablehnung von einzuspielenden Werken mußten durch beide
Vetreter einstimmig erfolgen (Protokoll vom 15. Juni 1966).
Trotzdem blieb die Trennung aufrecht, allerdings versuchte vor allem
der der „E-Sparte“ angehörende Präsident Robert Schollum in den späten
1960er Jahren, mit der „Österreichischen Gesellschaft für zeitgenössische
Musik“ und der „Internationalem Gesellschaft für Neue Musik“ zu koope-
rieren. Das konnte allerdings nur sehr partiell gelingen, weil die beiden ge-
nannten Gesellschaften nur E-Musik-Veranstaltungen durchführten und
weil zudem zwischen den z. T. eher konservativen E-Musik-Komponisten des
Komponistenbundes und den primär der avancierten Moderne angehören-
den Komponisten der Internationalen Gesellschaft für Neue Musik deutliche
Feindseligkeit herrschte. Letzten Endes ging es aber auch darum, welche Mu-
sik im Rundfunk zu spielen sei – und daher letzten Endes um Geld. Und als
sich die E-Komponisten des Komponistenbundes um einen diesbezüglichen
Termin zur Vorsprache im Rundfunk bemühten, teilte der Vizepräsident der
U-Sparte mit, daß er bereits einen Termin im Rundfunk habe – allerdings
nur wegen Angelegenheiten der U-Musik (Protokoll vom 17. März 1972).
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