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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
                 dwirtschaft, Bildungswesen und Kultur wurden massenhaft entlassen,
                 20 Prozent der Parteimitglieder ausgeschlossen, die Hälfte der regiona-
                 len Führungskräfte und drei Viertel der Parteiführung ausgewechselt.
                 Viele Intellektuelle, Schriftsteller, Künstler und selbst Volkssänger (Ko-
                 bsaren) wurden erschossen oder nach Sibirien deportiert.  32

                 Gewisse Symbolik trug in dieser Hinsicht auch der bereits erwähn-
            te erste Vorstand der Mykola-Leontowytsch-Musikgesellschaft: nur einer
            von fünf Mitgliedern, der Komponist Pylyp Kozytskyj, hat die Säuberun-
            gen überlebt. Die übrigen, darunter der erste Obmann Yukhym Mykhajliw,
            wie auch die Mitglieder Oles Tschapkiwskyj, Dmytro Koliukh (ehemali-
            ger Leiter der ukrainischen Zentrale für Außenwirtschaft) sowie Musik-
            wissenschaftler und Redakteur Mykola Katscherowskyj wurden vom sta-
            linistischen System vernichtet, wie auch zahlreiche andere Mitglieder der
            Musikgesellschaft, darunter Regisseur Les´ Kurbas oder Bandurist Hnat
            Khotkevytsch.
                 Der Beschluss des Zentralkomitees der Kommunistischen Allunions-
            Partei der Bolschewiki von 1932 „Über den Umbau der literarisch-künstleri-
            schen Organisationen“  bedeutete de facto das jähe Ende für all die ideolo-
                                  33
            gisch unterschiedlichen Musikinstitutionen. Das Zentralkomitee befürchte
                 die Umwandlung dieser Organisationen von einem Mittel zur
                 größtmöglichen Mobilisierung der sowjetischen Schriftsteller und
                 Künstler für den sozialistischen Aufbau in ein Mittel zur Kultivierung
                 der Isolierung von Kreisen, der Trennung von den politischen Aufga-
                 ben der Gegenwart und von bedeutenden Gruppen von Schriftstellern
                 und Künstlern, die mit dem sozialistischen Aufbau sympathisieren
            und beschloss „den Verband der proletarischen Schriftsteller aufzulösen“
            sowie

                 alle Schriftsteller, die die Plattform der Sowjetregierung unterstützen
                 und sich am sozialistischen Aufbau beteiligen wollen, in einem einzi-
                 gen Verband der sowjetischen Schriftsteller mit einer kommunistischen
                 Fraktion zu vereinen

            und „ähnliche Änderungen in anderen Künsten vorzunehmen“.  34
            32   Kappeler,  Kleine Geschichte der Ukraine, 203.
            33   „Beschluss des CK VKP(b) ‚Über den Umbau der literarisch-künstlerischen Organi-
                 sationen‘“, in 100(0) Schlüsseldokumente zur russischen und sowjetischen Geschichte,
                 https://www.1000dokumente.de/Dokumente/Beschluss_des_CK_VKP(b)_%22%c3
                 %9cber_den_Umbau_der_literarisch-k%c3%bcnstlerischen_Organisationen%22.
            34   Ibid.


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