Page 77 - Weiss, Jernej, ur./ed. 2026 Skladateljska društva nekoč in danes.../Composers’ Societies Past and Present...
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Vor dem Fall des Eisernen Vorhangs
                 Die Umsetzung des Beschlusses bedeutete die vollständige Liquidie-
            rung aller Musikorganisationen. Auf einer eigens einberufenen Liquidati-
            onsversammlung wurde die organisatorische Selbstständigkeit dieser Ver-
            einigungen beendet, was symbolisch das Ende einer Periode intensiver, oft
            rivalisierender Aktivitäten innerhalb der ukrainischen Musikszene mar-
            kierte. Zur Vorbereitung des bevorstehenden Allukrainischen Kongres-
            ses der sowjetischen Musiker wurde ein Organisationsbüro gebildet, des-
            sen Vorsitz A. H. Benkowytsch innehatte (eine Persönlichkeit, deren Name
            später aus nahezu allen Quellen getilgt wurde). Dazu gehörten auch Py-
            lyp Kozytskyj, Borys Lyatoschynskyj, Mykola Kolyada, Pawel Tolstyakow
            und Lew Rewutskyj. Mit dem Prinzip der „Verstaatlichung“ des künstleri-
            schen Lebens samt allen finanziellen Mitteln sollten konkurrierende Grup-
            pen, die sich durch ideologische oder ästhetische Eigenheiten voneinander
            unterschieden, in zentralisierte Strukturen überführt werden. Ziel war die
            Durchsetzung einer einheitlichen Linie im Sinne des sozialistischen Rea-
            lismus, dessen offizielle Verkündung nur wenig später, im Jahr 1934, erfol-
            gen sollte.
                 Bald darauf wurden die Aktivitäten zur Gründung des Komponis-
            tenverbandes  der  UkSSR  breit  angelegt,  und  das  Jahr  1932  wurde  jahr-
            zehntelang unkritisch als sein Gründungsjahr angesehen, wenngleich die
            Prozesse zu dessen tatsächlicher Funktionierung noch bis zum Jahr 1939
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            andauerten.
                 Während der sowjetischen totalitären Ära wurden keine Informati-
            onen über die Mykola-Leontowytsch-Musikgesellschaft in den offiziel-
            len Nachschlagwerken veröffentlicht, auch wenn in dessen Redaktionen
            oft ehemalige Mitglieder der Gesellschaft tätig waren. Erst in jüngster Zeit
            setzte sich die historische Wahrheit langsam wieder durch.


                 Bibliografie
                 Archivquellen
            Institut für Manuskripte der Nationalbibliothek der Ukraine W. I. Wernadskyj.
                 Fonds 50: Mykola-Leontowytsch-Musikgesellschaft.

                 Literatur
            Bugaeva, Оlena. Архівна спадщина Музичного товариства імені М. Д.
                 Леонтовича [Archivbestand der Mykola-Leontowytsch-Musikgesellschaft].
                 Кyjiw: Nationalbibliothek der Ukraine W. I. Wernadskyj, 2011.
            35   Mehr dazu: Mukha, „Національна спілка композиторів України“, 226ff.


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