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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
            der sog. Musikwissenschaftler Aleksandr Breskin – ein ehemaliger Mitar-
            beiter der Redaktion der Kiewer Zeitschrift „Sowjetische Musik“, eigentlich
            ein Mitarbeiter von kommunistischen Geheimdiensten, dessen Funktion
            im Vorstand hauptsächlich die politisch-ideologische Überwachung aller
            anderen Mitglieder war. So traten die galizischen Musiker in die zentrali-
            sierte Struktur des Komponistenverbandes der UdSSR ein, dessen Haupt-
            aufgabe darin bestand, die Künstler ideologisch zu kontrollieren und „nati-
            onalistische“ oder „modernistische“ Abweichungen zu verhindern.
                 Wie alle anderen schöpferischen Verbände in der Sowjetunion, die mit
            der Idee einer strengen ideologischen Kontrolle und, wenn nötig, politi-
            scher Repressionen gegen diejenigen, die mit dem totalitären Regime nicht
            einverstanden waren, gegründet wurden, erfüllten die Komponistenver-
            bände bestimmte Funktionen.
                 Die erste davon war die Funktion der strengen, gar aggressiven ideo-
            logischen Steuerung der Thematik und Stilistik der Werke. Die kommu-
            nistische Zensur legte fest, welche Themen und Sujets in Musikwerken be-
            handelt werden sollten, und gab „empfohlene“ Texte vor, zu denen Lieder,
            Kantaten und Opern geschrieben werden sollten. Sie achteten auch dar-
            auf, dass die Instrumentalwerke keine modernen, innovativen Ausdrucks-
            mittel enthielten, die als „Verbeugung vor bürgerlichen Werten“ angesehen
            wurden.
                 Die zweite Funktion waren die Repressalien gegen diejenigen, die mit
            der Parteilinie nicht einverstanden waren. Es gab regelmäßige Säuberungen
            und Demonstrationsmaßnahmen gegen jene Komponisten und Musikwis-
            senschaftler, die von den zuständigen Parteidiensten als „Prügelknaben“
            ausgewählt wurden. Dazu wurden große, demonstrative Veranstaltungen
            organisiert, bei denen die hochrangigen Parteigenossen die unzureichend
            bewussten Mitglieder von diesem oder jenem Verband darauf hinwiesen,
            wo sie sich irrten und als wahre sowjetische Künstler zu wenig leisteten,
            woraufhin die Künstler ihrerseits öffentlich Buße taten und versprachen,
            ihre Fehler zu verbessern.
                 Da die ideologischen Dienste nach dem Prinzip von Zuckerbrot und
            Peitsche arbeiteten, wurden diejenigen, die dem System treu dienten, und
            sogar diejenigen, die höflich bereuten, auch belohnt, was die dritte Funk-
            tion der Verbände war. In erster Linie handelte es sich um ein System von
            Ehrentiteln – Ehrenkünstler, Volkskünstler, verschiedene Preise, staatli-
            che Auszeichnungen usw. Da die Verbände über beträchtliche Mittel ver-
            fügten – 5 % der Tantiemen aller Mitglieder – waren diese Kosten für den



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