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Aktivitäten der Lviver Abteilung des Komponistenverbandes der Ukrainischen SSR …
            Unterhalt von Häusern des Schaffens (in der Ukraine war so ein Haus für
            Komponisten in Vorzel, kleinen Kurort in der Nähe von Kiew) bestimmt,
            wo sich Komponisten zurückziehen konnten, um Musik zu schreiben; für
            die Organisation  von Plenarsitzungen und  Kongressen, bei denen nicht
            nur Konzerte stattfanden, sondern auch recht üppige Bankette veranstal-
            tet wurden; es gab eine Praxis der finanziellen Unterstützung der Mitglie-
            der des Verbandes. Die Verbände vergaben auch Wohnungen an ihre Mit-
            glieder, was in der Sowjetunion ein riesiger Vorteil war: Normale Bürger
            mussten jahrzehntelange warten, um eine eigene Wohnung zu bekommen,
            dabei konnten sie nicht selbst die Wohnung kaufen oder bauen. Dazu hat-
            ten nur die Mitglieder des künstlerischen Verbandes eine reale Möglichkeit
            ihre Werke zu veröffentlichen, zu publizieren, auf den Bühnen bzw. aufzu-
            führen oder auf Ausstellungen zu präsentieren.
                 Die vierte Funktion der Verbände schließlich war die organisatori-
            sche, die am besten geeignete und natürlichste Funktion jeder Institution
            solcherart. Der zentrale Komponistenverband und die regionalen Verbän-
            de verfügten über Musiksammlungen mit Notenschreibern, was in Er-
            mangelung von Computern eine sehr wichtige Funktion war. Die Verbän-
            de verfügten über Bibliotheken, in denen sie handschriftliche Kopien und
            Editionen der Werke ihrer Mitglieder aufbewahrten.
                 Für Lviver Komponisten waren solche Funktionen eines künstleri-
            schen Verbandes, vor allem die beiden ersten Funktionen, unverständlich
            und völlig inakzeptabel – im Gegensatz zu ihren Kollegen aus der Ostuk-
            raine, die bereits eine tragische Erfahrung der Unterdrückung durch das
            kommunistische System erlebt hatten. Ganz andere Erfahrungen hatten
            dagegen die Lviver Komponisten – Ukrainer und Polen. Die Mehrheit ab-
            solvierte führende europäische Konservatorien und Universitäten in Wien,
            Prag, Krakau, Paris usw. Nach ihrer Rückkehr nach Lviv traten sie auch den
            künstlerischen Verbänden bei, wo ihr Hauptziel freie Äußerungen ihrer äs-
            thetischen Sichten, interessante Diskussionen und die gemeinsame Arbeit
            für die fruchtbare Entwicklung der Kultur waren. Im Jahr 1934 gründeten
            ukrainische Musiker den Verband Ukrainischer Berufsmusiker, gaben die
            Zeitschrift „Ukrainische Musik“ heraus, organisierten Konzerte, und nie-
            mand schränkte ihre Initiative ein oder ordnete an, was und wie sie schaf-
            fen sollten.
                 Daher war der neue modus vivendi für sie ein tiefer Schock, den die
            Lviver Künstler erlebten und dann nach einem Ausweg suchten. Ein be-
            deutender Teil begabter Musiker – Mitglieder des oben genannten Vereins,



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