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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
Während der Nazis-Okkupation waren alle künstlerischen Verei-
nigungen und Hochschulen für die einheimische Bevölkerung verboten.
Der Komponistenverband hörte auf zu existieren und das Konservatori-
um konnte dank Barwinskyjs Bemühungen seinen Status als Musikschu-
le behalten. Dies war ein großer Erfolg, denn es ermöglichte vielen Musi-
kern, zumindest ein gewisses Einkommen zu erzielen und die Kriegsjahre
zu überstehen.
Die zweite Periode dauerte das erste Jahrzehnt der Nachkriegszeit bis
zu Stalins Tod, genauer gesagt bis zum Zwanzigsten Kongress der Kom-
munistischen Partei 1956, als Chruschtschow den „Personenkult“ entlarvte
und das sog. „Chruschtschow-Tauwetter“ begann. Sie war die dramatischs-
te Periode, da eine Reihe von ukrainischen Musikern und anderen Künst-
lern verhaftet und zusammen mit anderen galizischen Intelligenten nach
Sibirien und Kasachstan verbannt wurden.
Die Verfolgung ukrainischer Künstler und Gelehrten in Galizien wur-
de mit einer noch nie dagewesenen Härte eingeleitet. 1944–1952 leitete den
Lviver Komponistenverband Stanislav Ludkewytsch, der sich ganz wenig
in die administrative Arbeit einmischte. Er hatte dazu keine Neigung und
Begabung und fühlte sich in seiner Position unfähig, je mehr es strenge
ideologische Zensur, totale Verfolgung von Kulturschaffenden und Intel-
lektuellen, physische Zerstörung und Deportation von Hunderttausenden
von Einwohnern der neu annektierten Regionen der Westukraine gab.
Unter Missachtung jeglichen internationalen Rechts und moralischer
Normen beging das totalitäre sowjetische System eines der größten
Verbrechen überhaupt – die Zwangsumsiedlung von Hunderttausen-
den seiner eigenen Bürger (die meisten von ihnen Frauen und Kinder).
Die Deportationskampagnen der sowjetischen Verwaltung zielten nicht
nur darauf ab, den Widerstand derjenigen zu unterdrücken, die damit
nicht einverstanden waren, sondern auch darauf, die nationale und so-
ziale Struktur der Gesellschaft zu verändern, wie ihr Ausmaß beweist. 5
In diesen Jahren gab es mehrere Repressionswellen im Zusammenhang
mit dem einen oder anderen Beschluss der Moskauer Zentralbehörden,
5 Vasyl Ilnytskyi und Volodymyr Starka, „Повсякдення терору: репресивно-
депортаційні заходи радянської влади на території Східної Галичини у 1944–
1953 рр.“ [Alltag des Terrors: Repressions- und Deportationsmaßnahmen der sow-
jetischen Behörden im Gebiet Ostgaliziens in den Jahren 1944–1953], in Sowjetische
Repressionen in den westlichen Regionen der Ukraine (1939–1953): Geschichte, Per-
sönlichkeiten, Erinnerung: Sammelband, Hrsg. Vasyl Ilnytsky (Riga: Baltija Publi-
shing, 2022), 164–5.
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