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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
            darunter Stefania Turkevytsch-Lukijanovytsch, Antin Rudnytsky, Sinowii
            Lysko und Jaroslav Barnytsch, wanderte in den Westen aus. Andere, wie
            Vasyl Barwinskyj oder Borys Kudryk, wurden verhaftet und in sibirische
            Lager verbannt. Diejenigen, die blieben: Stanislaw Ludkevytsch, Mykola
            Kolessa, Anatol Kos-Anatolskyj und manche andere – mussten sich anpas-
            sen, fanden aber gleichzeitig optimale Formen des Widerstands gegen den
            destruktiven kommunistischen Einfluss.
                 Manche Ereignisse im Leben des Lviver Komponistenverbandes in
            den dunklen sowjetischen Zeiten beschrieb die Autorin im einzelnen Ar-
            tikel.  Im vorliegenden Text werden allgemeine Prinzipien der Organisa-
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            tionsstruktur des künstlerischen Verbandes in der von der sowjetischen
            Armee okkupierten und als Teil der UdSSR eingeschlossenen Provinz der
            UdSSR, wie auch die wichtigsten Fakten, die von dem außergewöhnlichen
            Einfallsreichtum, der Beharrlichkeit und dem Mut, mit dem die Lviver Mu-
            siker ihre Interessen verteidigt haben, gezeigt.
                 Trotz der Einhaltung der scheinbar allgemein verpflichtenden kom-
            munistischen „Rituale“ der künstlerischen Vereinigungen bildete der Lvi-
            ver Komponistenverband eine große Ausnahme im ideologisch regulier-
            ten künstlerischen Prozess der damaligen Sowjetunion. Dies ist zu einem
            großen Teil das Verdienst der Vorsitzenden des Verbandes: Vasyl Barwins-
            kyj (1940–41), Stanislav Ludkevytsch (1944–1952), Anatol Kos-Anatolskyj
            (1952–1983) und Mykola Kolessa (1983–1988). Nach Kolessa übernahm die
            Leitung des Lviver Komponistenverbandes Myroslav Skoryk (1988–2020),
            doch die Periode seiner Tätigkeit in dieser Funktion fällt schon generell in
            die ersten Jahrzehnte der Unabhängigkeit – von 1991 bis hin zur kompli-
            zierten Periode am Anfang des 21. Jahrhunderts, weswegen dies nicht im
            vorliegenden Artikel behandelt wird.
                 Man sollte speziell unterstreichen, dass alle oben genannten Vorsit-
            zenden aus hochintelligenten galizischen Familien stammten, selbst Ab-
            solventen europäischer Schulen waren oder in Lviv bei solchen hochaus-
            gebildeten Pädagogen studierten. Daher konnten sie sehr erfinderisch jene
            Formen und Wege finden, um dem kommunistischen Regime zu widerste-
            hen. Es ging in mehreren Fällen um existentielle Fragen, um die Rettung
            des Lebens der Mitglieder des Lviver Komponistenverbandes schlechthin,

            3    Luba Kyyanovska, „Verborgene Bedeutungen in den Werken der Lviver Komponis-
                 ten als Verteidigung gegen die sowjetische Ideologie“, in Musikgeschichte in Mittel-
                 und Osteuropa. Mitteilungen der internationalen Arbeitsgemeinschaft an der Univer-
                 sität Leipzig, Heft 21, Hrsg. Katrin Stöck, Helmut Loos, Klaus-Peter Koch und Stefan
                 Keym (Leipzig: Gudrun Schröder Verlag, 2019), 206–27.


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