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Aktivitäten der Lviver Abteilung des Komponistenverbandes der Ukrainischen SSR …
            der UdSSR führten. Als letzter Vorsitzender des Verbandes der sowjeti-
            schen Zeit kam der oben erwähnte Absolvent des Prager Konservatoriums,
            ein Vertreter der „Lviver Prager“, Dirigent und Komponist Mykola Koles-
            sa. Früher (1953–1965) war er Rektor des Lviver Konservatoriums und in
            dieser verantwortlichen Funktion tat sehr viel für die Unterstützung je-
            ner Studenten, die mit ihren Eltern nach Sibirien verbannt wurden und
            erst in der Periode des Chruschtschower Tauwetters in die Heimat zurück-
            kehrten, unter ihnen auch Myroslav Skoryk. Kolessa bemühte sich – ähn-
            lich wie sein Vorgänger Kos-Anatolskyj – auf jede mögliche Weise die Mit-
            glieder des Komponistenverbandes zu unterstützen und für sie günstige
            Umstände sicherzustellen. Dabei wurde er gezwungen, noch in dieser an-
            schaulich freieren Zeit der Gorbatschower „Perestroika“, alle unentbehrli-
            chen kommunistischen Ritualen einzuhalten. Darum wurde noch im Jahr
            1988 – ganz kurz vor der Wende – der offizielle Bericht der folgerichtigen
            Sitzung des Lviver Komponistenverbandes in den „besten“ Traditionen des
            ideologischen Geplappers geschrieben:

                 In dieser Zeit, in der die Ergebnisse der Arbeit unserer Organisation
                 für 1984–1988 zusammengefasst werden, erlebt unser ganzes Land einen
                 Aufschwung in den sozialen, industriellen und wirtschaftlichen Bezi-
                 ehungen und im kulturellen Aufbau. Die Zeit der Perestroika, die wir
                 jetzt erleben, erfordert die Aktivierung eines jeden Mitglieds der Ge-
                 sellschaft und seinen vollen Einsatz. Unsere Arbeit zur Umstrukturi-
                 erung der kompositorischen Tätigkeit wird durch die Umsetzung der
                 Beschlüsse des Neunzehnten Gesamtparteitages und des Beschlusses
                 des Plenums des Zentralkomitees der KPdSU vom Juni 1988 bestimmt.  18

                 Aber in dieser Zeit verstand schon fast jedes Mitglied solche Passagen
            als puren Anachronismus.
                 Man könnte dieses halbe Jahrhundert der sowjetischen Okkupation
            Galiziens und der Tätigkeit des Lviver Komponistenverbandes unter dem
            ideologischen Druck kurz verallgemeinern. Das diplomatische Talent der
            Vorsitzenden und der Mitglieder des Vorstandes, ihre Fähigkeit, politisch


            18   Звіт про роботу Львівської організації СКУ за період 1984-1988 р. Матеріали,
                 програми, стенограми пленумів правління Львівської організації Спілки
                 композиторів України. Папка № 8, 1989 р. Архів Львівської організації Спілки
                 композиторів України [Bericht über die Arbeit der Lviver Organisation der SKU
                 für den Zeitraum 1984-1988. Materialien, Programme, Protokolle der Plenarsitzun-
                 gen des Vorstands der Lviver Abteilung des Verbandes der Komponisten der Ukrai-
                 ne. Ordner Nr. 8, 1989. Archiv der Lviver Abteilung des Verbandes der Komponisten
                 der Ukraine].


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