Page 113 - Weiss, Jernej, ur./ed. 2026 Skladateljska društva nekoč in danes.../Composers’ Societies Past and Present...
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Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes der Komponisten …
Diskussionsbeitrag Erhard Ragwitz f. Sitzg SED-BL am 13.2.72
[S. 3] In seinem Referat zu Fragen der Kulturpolitik des SED führt Ge-
nosse Hager u.a. aus, daß „[…] unsere Künstler mit großer Ernsthafti-
gkeit ihre oft komplizierten Schaffensprobleme öffentlich zur Diskussion
stellen.“
Wir sind stolz darauf, daß – Dank der guten Zusammenarbeit der ver-
schiedenen Sektionen in unserem Bezirksverband, insbesondere durch
die Initiative der Genossen Sektion Musikwissenschaft – regelmäßig
solche Werkdiskussionen in einer kameradschaftlichen, kollegialen,
offenherzigen und parteilichen Atmosphäre, wie sie für die Entstehung
und Besprechung neuer Kunstwerke förderlich und günstig ist, zu einem
festen, äußerst wichtigen Bestandteil unseres Verbandslebens zählen. […]
[S. 5] Haben doch unsere bisherigen Diskussionen gezeigt, daß wir nur
in dem Maße Klarheit gewinnen konnten, wie künstlerische Fragen als
Teilfragen der Ideologie erkannt und geklärt wurden. Unsere Erfahrun-
gen haben uns gelehrt: In dem Maße, wie das Niveau unserer marxisti-
sch-leninistischen Weiterbildung steigt, wird sich auch die Qualität un-
serer Werkdiskussionen und Musikgespräche weiter heben und ihren
Niederschlag finden in neuen sozialistisch-realistischen Kunstwerken,
die die ganze Vielfalt, den Reichtum und die Schönheit unseres soz-
ialistischen Lebens interessant, konfliktreich, niveauvoll, massenwir-
ksam und heiter widerspiegeln, die sich würdig erweisen unserer Gesel-
lschaft, unseren Menschen, den Siegern der Geschichte, den Erbauern
des Sozialismus. […]
Erhard Ragwitz Parteigruppenorganisator des BV Leipzig des VDK
Wie innerhalb der Parteigruppe der „Fall Schenker“ mit seiner „Mu-
sik für Virtuosen“ unterschiedlich bewertet wurde, ist in einer Aktennotiz
über die Parteigruppenversammlung am 2. März 1972 verzeichnet:
Über unsere Werkdiskussionen konnten wir erreichen daß immer ein
echter Meinungsstreit geführt wurde. Oft haben wir uns gestritten, sind
nicht böse gewesen, sondern haben uns höhere Standpunkte erarbeitet
und zusammengerauft.
[Gen(osse). Kapst fragt:] Hatten wir immer eine Konzeption? […Kapst
äußert,] daß mir persönlich die Schenker-Diskussion nicht gefallen
hat. Peter Herrmann, gerade diese Diskussion war qualifiziert und von
großem Nutzen, vor allem für den Komponisten Schenker. Denn wenn
er gut zugehört hat, konnte er viel davon lernen.
Gen. Pachnicke, jeder weiß, daß wir Erfolge haben und daß dabei Späne
fallen ist dufte [sic].
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