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Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes der Komponisten  …
                 Diskussionsbeitrag Erhard Ragwitz f. Sitzg SED-BL am 13.2.72
                 [S. 3] In seinem Referat zu Fragen der Kulturpolitik des SED führt Ge-
                 nosse Hager u.a. aus, daß „[…] unsere Künstler mit großer Ernsthafti-
                 gkeit ihre oft komplizierten Schaffensprobleme öffentlich zur Diskussion
                 stellen.“
                 Wir sind stolz darauf, daß – Dank der guten Zusammenarbeit der ver-
                 schiedenen Sektionen in unserem Bezirksverband, insbesondere durch
                 die Initiative der Genossen Sektion Musikwissenschaft – regelmäßig
                 solche Werkdiskussionen in einer kameradschaftlichen, kollegialen,
                 offenherzigen und parteilichen Atmosphäre, wie sie für die Entstehung
                 und Besprechung neuer Kunstwerke förderlich und günstig ist, zu einem
                 festen, äußerst wichtigen Bestandteil unseres Verbandslebens zählen. […]
                 [S. 5] Haben doch unsere bisherigen Diskussionen gezeigt, daß wir nur
                 in dem Maße Klarheit gewinnen konnten, wie künstlerische Fragen als
                 Teilfragen der Ideologie erkannt und geklärt wurden. Unsere Erfahrun-
                 gen haben uns gelehrt: In dem Maße, wie das Niveau unserer marxisti-
                 sch-leninistischen Weiterbildung steigt, wird sich auch die Qualität un-
                 serer Werkdiskussionen und Musikgespräche weiter heben und ihren
                 Niederschlag finden in neuen sozialistisch-realistischen Kunstwerken,
                 die die ganze Vielfalt, den Reichtum und die Schönheit unseres soz-
                 ialistischen Lebens interessant, konfliktreich, niveauvoll, massenwir-
                 ksam und heiter widerspiegeln, die sich würdig erweisen unserer Gesel-
                 lschaft, unseren Menschen, den Siegern der Geschichte, den Erbauern
                 des Sozialismus. […]
                 Erhard Ragwitz Parteigruppenorganisator des BV Leipzig des VDK

                 Wie innerhalb der Parteigruppe der „Fall Schenker“ mit seiner „Mu-
            sik für Virtuosen“ unterschiedlich bewertet wurde, ist in einer Aktennotiz
            über die Parteigruppenversammlung am 2. März 1972 verzeichnet:

                 Über unsere Werkdiskussionen konnten wir erreichen daß immer ein
                 echter Meinungsstreit geführt wurde. Oft haben wir uns gestritten, sind
                 nicht böse gewesen, sondern haben uns höhere Standpunkte erarbeitet
                 und zusammengerauft.
                 [Gen(osse). Kapst fragt:] Hatten wir immer eine Konzeption? […Kapst
                 äußert,] daß mir persönlich die Schenker-Diskussion nicht gefallen
                 hat. Peter Herrmann, gerade diese Diskussion war qualifiziert und von
                 großem Nutzen, vor allem für den Komponisten Schenker. Denn wenn
                 er gut zugehört hat, konnte er viel davon lernen.
                 Gen. Pachnicke, jeder weiß, daß wir Erfolge haben und daß dabei Späne
                 fallen ist dufte [sic].


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