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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
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musste. Auch die „Gruppe Neue Musik Hanns Eisler“ sah sich diesen Vor-
würfen ausgesetzt, wie Diskussionen mit dem Bezirksverband des VKM
zeigen.
Am 22.6.71, 20.00 Uhr, fand der zweite musikalische Diskussionsabend
innerhalb der Reihe „Studio dvfm“ in Leipzig-Information statt. […]
Ich hatte den Eindruck, daß die „gruppe neue musik hanns eisler“ auch
in diesem Konzert bemüht war, Hanns Eisler nicht aus der Sicht seiner
hervorragenden Dienste um die Weiterentwicklung der proletarisch re-
volutionären Kunst, auch nicht aus der Sicht seiner hervorragenden Be-
iträge zum sozialistisch-realistischen Musikschaffen zu würdigen, son-
dern vielmehr einen nahtlosen Übergang von der Schönberg-Schule
zum Schaffen einiger Komponisten der DDR in der Richtung zu ver-
deutlichen, die den Kompositionstechniken spätbürgerlicher Musiken-
twicklung noch weitgehend verhaftet sind. […]
Deutlich wird in diesem Zusammenhang auch, daß sich bei solchen Ve-
ranstaltungen ein Publikum zu konzentrieren scheint, welches „moder-
nistische Sensatiönchen“ zu wittern glaubt aufgrund von Vorbehalten
gegenüber unserer kulturpolitischen Generallinie.
Es ist bedauerlich feststellen zu müssen, daß auch einige Kollegen un-
seres Bezirksverbandes, die zur Diskussion sprachen, nicht erkennen li-
eßen, daß unsere Diskussionen um neue Werke unserer Komponisten
in ersten Linie vom Standpunkt der Parteilichkeit, des sozialistischen
Realismus, des Inhalts und der Aussage eines Werkes geführt werden
müssen. […]
Kollege Schenker hatte reichlich Gelegenheit, seine doch letztlich weit-
gehend spätbürgerlich-modernistisch orientierte Schreibweise zu recht-
fertigen und tat dies insbesondere an Hand des Werkes von Katzer. […]
gez. Erhard Ragwitz Parteigruppenorganisator
Dass hier Quellen aus den Akten der Parteigruppe des Bezirksver-
bandes Leipzig des Verbandes Deutscher Komponisten und Musikwis-
senschaftler wiedergegeben werden, ist quellenkritisch so zu werten, da ja
gerade die Binnensicht intendiert ist. So nehmen auch die vielen Erfolgs-
meldungen nicht wunder, die immer wieder fixiert wurden und die eige-
nen Bedeutsamkeit beweisen sollten. Hier ein Diskussionsbeitrag von Er-
hard Ragwitz für die Sitzung der SED-Bezirksleitung am 13. Februar 1972:
11 Helmut Loos, „Musikwissenschaft an der Universität Leipzig“, in 600 Jahre Musik an
der Universität Leipzig, Hrsg. Eszter Fontana (Wettin: Verlag Janos Stekovics, 2010),
265–84, hier 279.
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