Page 111 - Weiss, Jernej, ur./ed. 2026 Skladateljska društva nekoč in danes.../Composers’ Societies Past and Present...
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Über den Bezirksverband Leipzig des Verbandes der Komponisten  …
                 Mit dem Vorankommen unserer Gesellschaft […] wächst die Rolle der
                 Literatur und Kunst bei der Heranbildung der Weltanschauung des
                 sozialistischen Menschen, seiner sittlichen Überzeugungen und seiner
                 geistigen Kultur“, heißt es im Rechenschaftsbericht des XXIV. Parteita-
                 ges der KPdSU. […]
                 Das sozialistisch-realistische Kunstschaffen hat seit der Zerschlagung
                 des Hitlerfaschismus in Deutschland das geistig-kulturelle Leben in un-
                 serer Republik in ständig steigendem Maße und entscheiden beeinflußt.
                 Die besten Werke des sozialistisch-realistischen Musikschaffens solcher
                 namhafter sowjetischer Komponisten wie D. Schostakowitsch, S. Pro-
                 kofjew, A. Chatschaturjan, D. Kabalewski und vieler anderer gehören
                 zum festen kulturellen Besitz unserer Menschen. […]
                 Nicht Subjektivismus, Individualismus, Nihilismus, Existenzialismus,
                 Antihumanismus der spätbürgerlichen Moderne, sondern Optimis-
                 mus, Siegeszuversicht gedanklicher und emotionaler Reichtum sind
                 charakteristisch für unser künstlerisches Schaffen. […]
                 Mehr und mehr wächst der Einfluß der Künstlerverbände – auch unse-
                 res Bezirkes – bei der Gestaltung und Entwicklung der geistig-kulturel-
                 len Lebens. […] Mehr und mehr werden diese Kriterien Maßstab für die
                 Beurteilung und Einschätzung neu entstandener Werke. […] Die Arbe-
                 iterklasse stellt immer bewußter ihre Forderungen, tritt immer häufiger
                 als gesellschaftlicher Auftraggeber bei der Schaffung neuer Kunstwer-
                 ke in Erscheinung. […]
                 Es ist einfach undankbar, daß wir unser Publikum dazu verurteilen,
                 durch langanhaltende und lautstarke Buh-Rufe den Veranstaltern, In-
                 terpreten und dem Komponisten klar zu machen, daß es ein Recht da-
                 rauf  hat,  durch  Musik  begeistert  und  bereichert,  aber  nicht  aus  dem
                 Konzertsaal vertrieben zu werden, wie dies bei der Uraufführung des
                 „Stückes für Virtuosen“ von Herrn Schenker im 12. Anrechtskonzert
                 des Rundfunk-Sinfonieorchesters unter der Leitung von GMD Kegel
                 während der Leipziger Frühjahrsmesse 1971 der Fall war.

                 Die Bemühungen des Bezirksverbandes gingen weiter, es wurden in
            der Reihe „Studio dvfm“ [Deutscher Verlag für Musik] Diskussionsaben-
            de veranstaltet, in denen immer wieder Komponisten und Interpreten auf
            die Ideale des sozialistischen Realismus eingeschworen werden sollten. Im-
            mer wieder wurde der sozialistische Hanns Eisler gegen die avantgardis-
            tische Interpretation als Schönberg-Schüler verteidigt, wie sie etwa Ebe-
            rhardt Klemm am Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig
            so massiv vertreten hat, dass er nach dem Tod von Heinrich Besseler 1965
            nicht mehr weiterbeschäftigt wurde und sich freischaffend durchschlagen


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