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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
In der Tageszeitung „Union“, der Parteizeitung der Ost-CDU (Dres-
den) vom 20. März 1971 lautet der Titel: „Uraufführung heiß diskutiert.
Friedrich Schenkers ‚Musik für Virtuosen‘ im Messekonzert des Rund-
funk-Sinfonieorchesters“. Weiter wird ausgeführt:
Eine sehr geteilte Aufnahme fand die Uraufführung des „Stückes für
Virtuosen“ von Friedrich Schenker im Messe-Rundfunksinfoniekon-
zert. Manche spendeten enthusiastischen Beifall, andere, die even-
tuell meinten, Schumanns im Programmheft abgedruckte musikali-
sche Haus- und Lebensregel „Schlechte Kompositionen mußt du nicht
verbreiten, im Gegenteil, sie mit Kraft unterdrücken helfen“ als Auf-
forderung ad hoc verstehen zu müssen, reagierten mit Buh-Rufen, ein
großer Teil des Publikums nahm die Sache mit Humor und amüsier-
te sich vernehmlich. Denn wenn die Expression allzu exzentrisch wird,
dann liegt die Komik nicht fern. Und welchem Hörer wollte man es
dann verübeln, wenn er vielleicht bei bestimmten Klängen an natura-
listische Lautmalereien eine Hühnerhofes, der Windsbraut oder etwas
ähnliches denkt und zu Lachen beginnt? […]
Es bleibt zu fragen, ob man bei einer reich bestückten Schießbude te-
ilweise auch noch Streichinstrumente als Schlagwerk benutzen sollte –
ängstliche Gemüter konnten um deren Schicksal besorgt sein. Wir je-
denfalls halten Werke wie das kürzlich uraufgeführte Klavierkonzert
von Fritz Geißler, die über die Tradition hinauswachsen, indem sie sie
einschließen, für wertvoller und wertbeständiger. […] del-
Mit demselben Datum (20. 03. 1971) brachten die Sächsischen Neu-
este Nachrichten unter dem Titel „Virtuoses und Musikalisches“ folgen-
den Bericht:
Herbert Kegel brachte zu Beginn das „Stück für Virtuosen“ von Friedri-
ch Schenker zur Uraufführung. Der Soloposaunist des Rundfunk-Sin-
fonieorchesters ist schon mehrmals mit Kompositionen hervorgetreten,
die seine Begabung, aber auch seine Neigung zu bizarren Ausdrucks-
formen erkennen ließen. […] Was er aber von den zahlreich aufgebo-
tenen Spielern – zumeist Bläsern und allein sieben für die unterschi-
edlichen Schlaginstrumente – produzieren läßt, erschien meist nur als
geräuscherzeugende Artistik. […] Was ein gutes Orchester an virtuosem
Spiel zu leisten vermag, konnte es an dem Abend auf andere Weise zeigen
– bei einem modernen Werk, das sich nicht in solistischen Extravagan-
zen erschöpft, sondern auch hohen musikalischen Gehalt hat: den „Kon-
zert für Orchester“ von Béla Bartók […] So war der Beifall nach diesem
modernen Werk ebenso verständlich, wie es die Mißfallensäußerungen
eines großen Teils des Publikums nach dem Stück von Schenker waren.
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