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Aktivitäten der Lviver Abteilung des Komponistenverbandes der Ukrainischen SSR …
                 In den 1960er Jahren begannen die Werke des Komponisten auf inter-
                 nationalen Musikfestivals in aller Welt aufgeführt zu werden. Gleichze-
                 itig löste die Aufführung seiner Werke in Lviv zumindest Verwirrung,
                 wenn nicht gar Hohn und Spott bei den Musikerkollegen und dem Pu-
                 blikum aus, das auf eine solche Musik völlig unvorbereitet war.  16

                 Man könnte noch ein krasses Beispiel des Verlustes eigenen schöpfe-
            rischen Potentials unter dem Druck der ideologischen Zensur schon nach
            der stalinistischen Periode anführen. In den 1960er Jahren entschied sich
            der junge Komponist, damals Student an der Fakultät der Komposition am
            Lviver Konservatorium, Myroslav Skoryk für mutigere Neuerungen, was zu
            einem schweren Konflikt mit seinen Lehrern Ludkevytsch und Simovytsch
            führte, und er war gezwungen, sein Studium bei Adam Soltys zu beenden.
            Humorvoll beschrieb er seinen Konflikt mit Simovytsch:

                 Das Dekret von 1948 traf ihn so hart, dass er in seinen Kompositionen
                 keine zusammengesetzten Akkorde mehr verwendete, vor allem keine
                 Akkorde ohne Terzstruktur, und auch seinen Schülern wurde es ver-
                 boten. Er vertraute mir einmal fast im Flüsterton an (er sprach gewöh-
                 nlich leise), dass er in seiner Jugend Musik mit dissonanten Akkorden
                 geschrieben hätte, dass er aber jetzt die Falschheit dieser Übungen er-
                 kannt habe. Er war zweifellos ein begabter Musiker, und es wäre inte-
                 ressant zu wissen, ob diese Musik überlebt hat oder ob er sie aus Angst
                 vernichtet hat…
                 Es ist klar, dass eine solche Anweisung eines Kompositionslehrers an ei-
                 nen Studenten zu einem Konflikt führen kann. Alles begann mit einem
                 einzigen Akkord. Ich hatte ein Wiegenlied für Klavier komponiert, ein
                 angenehmes Stück mit impressionistischem Einschlag, und in der Mi-
                 tte des Stückes verwendete ich einen dissonanten Akkord g-c-des-f, der
                 zu einem Akkord f-a-des-f aufgelöst wurde… Ich kämpfte drei Wochen
                 lang, Simowytsch zögerte, aber in der vierten Woche sagte er „nein“.
                 Das machte mich wütend, und für die nächste Kompositionsstunde
                 brachte ich ihm den Marsch für Klavier mit, in dem es zwar keinen
                 einzigen Akkord mit einer Nicht-Dreiklangstruktur gab, auch keinen
                 Nonenakkord, aber der Klang war erstaunlich scharf dissonant, dank
                 der Verwendung von Septakkorden wie G-Dur, G-Moll und G-Dur in
                 verschiedenen Umkehrungen und in unmittelbarer Nähe. Simovytsch
                 war empört. „Was haben Sie geschrieben?“, fragte er leise. „Herr Profes-
                 sor“, sagte ich, “aber es gibt hier keinen einzigen Akkord mit einer Nich-
                 t-Dreiklangstruktur!“ Der Professor ging zum Fenster und stand dort
            16   Laniuk, Доля митця в тоталітарному режимі [Das Schicksal eines Künstlers un-
                 ter einem totalitären Regime].


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