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Aktivitäten der Lviver Abteilung des Komponistenverbandes der Ukrainischen SSR …
Werkes von V. Barwinskyj, seiner hohen ideologischen und kün-
stlerischen Qualitäten und insbesondere der Werke voll glühendem
Sowjetpatriotismus wie „Porträt Lenins“ und „Lied über das Vaterland“
zu Worten von Maxym Rylsky, überrascht es mich überhaupt nicht,
dass Vasyl Oleksandrowytsch sich auch dort, von wo er jetzt zurückge-
kehrt ist, als sowjetischer Patriot erwiesen hat, der unter allen Umstän-
den versucht, seinen maximalen positiven Beitrag zur Schatzkammer
der sowjetischen Musikkultur zu leisten. 12
Diese Bemühungen brachten positive Ergebnisse: 1958 kehrte Bar-
winskyj aus Sibirien, wo er zehn Jahre im Mordowischen Lager verbrachte,
nach Lviv zurück. Dank der Bemühungen von Kollegen wurde er teilweise
rehabilitiert, als Mitglied des Komponistenverbandes wieder in seine Rech-
te eingesetzt, dabei leistete Kos-Anatolskyj mit der Unterstützung des Vor-
standes auch eine minimale finanzielle Unterstützung für Barwinskyj. Erst
im Juli 1963, schon nach dem Tod des Künstlers, der am 8. Juni 1963 ver-
starb, richteten die Lviver Komponisten erneut einen Brief an den Obersten
Rat der UdSSR. Erst dann wurde er endgültig rehabilitiert.
Es ist sehr wichtig für uns zu wissen, was Barwinskyjs Schuld war und
ob er überhaupt schuldig war. Wenn die Verurteilung von Barwinskyj
einer der tragischen Fehler des Personenkults war, dann müssen wir
darüber sprechen. Wir fordern, dass alles, was mit dem Fall des Kompo-
nisten zusammenhängt, gründlich überprüft wird und er, wenn mögli-
13
ch, offiziell rehabilitiert wird.
Im begrenzten Rahmen eines Artikels zeigte man ein besonders aus-
drucksvolles Beispiel der Innenpolitik des Lviver Komponistenverbandes.
In Wirklichkeit könnte man mehrere ähnliche Geschichten anführen. Im
Vergleich zu anderen ukrainischen Komponistenverbänden herrschte hier
eine höchstdiplomatische Einstellung zur Auflösung der scharfen Proble-
me, vor allem eng verbunden mit den nationalen Fragen.
Doch im rein schöpferischen Bereich sah die Situation nicht so positiv
aus. Dass die Lviver Komponisten in ihren Werken nicht den sozialistischen
Realismus vertraten, sondern nationale Quellen individuell neu interpre-
tierten, war ein großes Verdienst der Atmosphäre in Lviv selbst, oft wurden
die Komponisten kritisiert, dass die Musik ihrer Lieder nicht genügend den
12 Ibid.
13 Zitiert nach: Jewhen Laniuk, „Доля митця в тоталітарному режимі [Das Schick-
sal eines Künstlers unter einem totalitären Regime]“, Zbrutsch, 9. Mai 2013, https://
zbruc.eu/node/6983.
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