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Skladateljska društva nekoč in danes | Composers’ Societies Past and Present
            „richtigen ideologischen“ Worten entspricht, d. h. Lviver Musiker akzeptier-
            ten nicht ganz die sowjetischen Narrative. Jedoch gingen dabei die neuesten
            künstlerischen Trends der Weltmusikkultur in den Werken der Lviver Kom-
            ponisten jener Zeit leider vorbei – selbst bei jenen Künstler, die ihre kreative
            Laufbahn in den 1930er Jahren auf moderne Weise begannen. Dazu gehörten
            in erster Linie Mykola Kolessa und Roman Simovytsch, Schüler von Vitezslav
            Novak. Während Kolessa in seinen Werken aus der Sowjetzeit noch versuch-
            te, einige neuere Ausdruckseffekte zu verwenden, ohne jemals über das to-
            nale System hinauszugehen, wagten es andere Komponisten nicht, sich vom
            Stil des neunzehnten Jahrhunderts zu entfernen. Hier ist die tragische Ge-
            schichte von Roman Simovytsch in erster Reihe erwähnenswert. Simovytsch
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            war der radikalste Erneuerer unter den „Lviver Pragern“  und wurde als sehr
            vielversprechender Künstler angesehen. Seine Schüler erinnerten sich daran:
                 In den späten 1940er Jahren improvisierte Simovytsch spontan und spi-
                 elte recht komplexe atonale Sequenzen. Aber zehn Jahre später spielte er
                 nur noch diatonische Dreiklänge. Natürlich, eine solche Selbstbegren-
                 zung betrifft auch alle seine Werke. So brach die kommunistische ide-
                 ologische Zensur nicht nur die Menschen, sondern auch ihr Schaffen.  15
                 Die einzige Ausnahme bildet das Werk des Komponisten Andrzej Ni-
            kodemowicz, der polnischer Herkunft war. Er wurde im Jahr 1973 vom
            Konservatorium verwiesen, aber nicht wegen des Modernismus, sondern
            wegen der Tatsache, dass er ein gläubiger Katholik war und seine religiö-
            sen Überzeugungen nicht aufgeben wollte. Dabei wurde er nicht aus dem
            Komponistenverband  ausgeschlossen, sondern  Kos-Anatolskyj bemühte
            sich, ihm eine Stelle als Notenkopist beim Verband zu verschaffen, was ihm
            nicht nur finanziell half, sondern ihn auch vor der Verfolgung als „Schma-
            rotzer“ (also, arbeitslos aus eigenem Willen, russisch тунеядец) bewahrte,
            die in der UdSSR mit Gefängnis bestraft wurden. Aber seine innovativen
            Kompositionen trafen bei den Kollegen auf Unverständnis.


            14   So wurde die Gruppe von ukrainischen Studenten, die bei V. Novak in 1930-er Jah-
                 re in Prag Komposition studierten, genannt.
            15   Zitiert nach: Olesya Bìlas,  „Композиторський  стиль  як чинник  художньої
                 цілісності драматичного спeктаклю (на прикладі музики А. Кос-Анатольського
                 та В. Камінського до вистав Національного академічного українського
                 драматичного театру імені Марії Заньковецької) [Komponistenstil als Faktor
                 der künstlerischen Ganzheit einer dramatischen Aufführung (am Beispiel der Mu-
                 sik von A. Kos-Anatolskyj und V. Kaminsky für die Aufführungen des Nationalen
                 Akademischen Ukrainischen Dramatheaters „Maria Zankowecka“)]“ (Manuskript
                 der Doktorarbeit, Lvìver Nationale Musikakademie „Mykola Lysenko“, 2018), 205.


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